/// Nach Sophokles (5. Jh. v. Chr.) Antigone-Projekt

/// Nach Sophokles (5. Jh. v. Chr.) Antigone-Projekt

Besuch des Dramas „Antigone“,

im Rahmen der Kreuzgangspiele 2022

unter der Regie von Johannes Kaetzler

nach der Übersetzung von Friedrich Hölderlin

aufgeführt von der Freien Schauspielschule Hamburg

im Nixel-Garten Feuchtwangen,

durch die Klassen 10a und 10e

unter Begleitung der Deutschlehrerinnen Holler, Nährig, Rain-Alonso

am 6. Juli 2022

Die Bühne im Nixelgarten

In den Flyern der Kreuzgangspiele zu diesem Schauspiel heißt es:

„Eines der ältesten Theaterstücke der Menschheit – ‚Antigone‘ von Sophokles – erzählt vom Terror eines Krieges, der den Lebenden und den Toten die Würde geraubt hat. […] Der mythische Stoff berichtet vom Widerstand gegen die staatliche Ordnung Thebens und hat in seiner Radikalität Gültigkeit bis heute. Das Drama erhebt Anklage gegen die mangelnde Empathie des Herrschers Kreon, der an den Gesetzen des Machterhalts und der damit verbundenen Ordnung festhält und zu spät erkennen muss, dass Herrschaft ohne Toleranz und Mitgefühl nur Zerstörung bewirkt.“

Der US-amerikanische Literaturwissenschaftler, Schriftsteller, Philosoph und Kritiker Francis George Steiner beschreibt im Jahr 2014 die Bedeutung des Stückes folgendermaßen:

„Die Antigone des Sophokles ist nicht ‚irgendein‘ Text. Sie ist eines der bleibenden und kanonischen Dokumente in der Geschichte unseres philosophischen, literarischen und politischen Bewusstseins.“

In der Auseinandersetzung zwischen Kreon und Antigone geht es um den Gegensatz zwischen Mann und Frau, Alt und Jung, Gesellschaft und Individuum, Herrscher und Volk, den Lebenden und den Toten, zwischen Sterblichen und Göttern, menschlichem Gesetz und natürlichem Recht.

„Diese Zeitlosigkeit von notwendigem und unlösbarem Konflikt, wie ihn die griechische Tragödie aufführt, ist es, die uns dazu veranlasst, die Situation des Menschen auf dieser Erde mit der des Tragischen gleichzusetzen.“ (Steiner, 1988)

Spiel-Szene am Ende des Stückes

Nicht zum Hassen, sondern zum Lieben bin ich geboren.

Antigone

Es gibt viel Ungeheures auf der Welt, doch nichts ist ungeheurer als der Mensch.

Chor der Bürger von Theben

Das Verderblichste, was uns zuteil ward, ist der Unverstand.

Sophokles

Die 10a und 10e im Gespräch mit den SchauspielerInnen