„Brauner Schnee über Franken“
Im Rahmen unseres Bildungs- und Erziehungsauftrags besuchten am Montag, den 4. Mai 2026, Schülerinnen und Schüler unserer Schule auf freiwilliger Basis das dokumentarische Theaterstück „Brauner Schnee über Franken“ am Schauspiel Erlangen – ein eindringliches Stück, das ein wichtiges Kapitel fränkischer Zeitgeschichte auf die Bühne bringt.
Am 19. Dezember 1980 wurden der Rabbiner Shlomo Lewin und seine Partnerin Frida Poeschke in ihrem Erlanger Haus ermordet. Die Spuren führten zur rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann – eine Verurteilung blieb dennoch aus. Natalie Baudy und Matthias Köhler haben diesen Fall neu aufgerollt und ein Stück zwischen True Crime und politischer Recherche entwickelt, das Verbindungen zwischen damaligen und heutigen rechten Strukturen sichtbar macht.
In einer beeindruckenden Mischung aus dokumentarischem Material, szenischem Spiel und reflektierender Auseinandersetzung gelang es dem fünfköpfigen Ensemble, Geschichte lebendig und zugleich berührend zu vermitteln. Die Schauspielerinnen und Schauspieler wechselten dabei beständig zwischen verschiedenen Rollen – von Journalisten über trauernde Angehörige bis hin zu Tätern aus dem rechten Umfeld.
Das Stück hinterließ bei allen Besucherinnen und Besuchern einen tiefen Eindruck. Besonders die sensible Inszenierung, die nicht nur informiert, sondern auch zur eigenen Stellungnahme herausfordert, wurde als wertvolle Erfahrung empfunden.
Im Anschluss an die Aufführung bot sich eine besondere Gelegenheit: Unsere Schülerinnen und Schüler konnten mit der Theaterpädagogin sowie Teilen des Ensembles ins Gespräch kommen. Dabei wurden spannende und kritische Fragen gestellt – ein lebendiger Austausch, der die Themen des Abends weiter vertiefte und die Verbindung zwischen Bühne und Publikum stärkte.
Wir danken allen Beteiligten für diesen wertvollen kulturellen Abend und freuen uns, unseren Schülerinnen und Schülern auch künftig solche Erfahrungen außerhalb des Unterrichts zu ermöglichen.
Sebastian Burkard