Motorenlärm, Experimente und Modellflieger – Die Aischtalstörche zu Besuch in der Flugwerft Oberschleißheim
Nach einjähriger Abstinenz freute sich der Wahlkurs Technisches ExperiMINTieren besonders, vom 26. bis zum 27.09. erneut die heiligen Hallen des Deutschen Museums in Oberschleißheim zu besuchen.
Der Samstag startete schon sehr früh für unsere Aischtalstörche, bereits um 6:30 Uhr verließ der Zug den Bahnhof in Erlangen in Richtung München. In der Flugwerft angekommen, ging es für unsere Schülerinnen und Schüler direkt ans Eingemachte: Experimente aufbauen, den Stand im alten Hangar vorbereiten und die ersten Besucher zu begrüßen. Unterstützt wurde die Gruppe dabei von den Lehrkräften Kanzler, Engelhardt, Nägel und Schlicht.
Große Aufregung herrschte tatsächlich schon vor dem offiziellen Einlass, da ein Schmetterling den Feueralarm ausgelöst hatte und der Tag daher mit einem Großeinsatz der Feuerwehr begann. Sozusagen ein Butterfly-Effect.
Mit ihrem reichhaltigen und vielfältigen Angebot konnten die Schülerinnen und Schüler, die von der sechsten bis zur zwölften Klasse reichten, alle Besuchergruppen begeistern. Besonders interessant für die Jüngeren waren der Flugsimulator, die Walkalong glider sowie verschiedenste Experimente zu den Grundlagen des Fliegens. Die 3D-gedruckten Höchstadt-Doppeldecker zum Mitnehmen kamen dabei auch ausgesprochen gut an. Aufgrund des hervorragenden Wetters konnten unsere Hobby-Raketenwissenschaftler auch ihre selbstgebauten Wasser-Luft-Raketen starten lassen, die mit einer Flughöhe von bis zu 60 Metern Jung und Alt faszinierten. Aber auch das etablierte Fachpublikum aus Drohnenfliegern, Luftfahrtspezialisten und Hobby-Modellbauern zeigte großes Interesse an den technisch komplexen Projekten, die im Verlauf des letztjährigen Makeathons entstanden waren.
Trotz des großen Andrangs hatten unsere angehenden Luftfahrtbegeisterten natürlich auch die Chance, sich ausführlich mit den Exponaten der Flugwerft, einem Außenstandort des Deutschen Museums, zu befassen. Die ausgestellten Meilensteine der Luftfahrt reichen von den bescheidenen Anfängen der Fliegerei unter Otto Lilienthal über verschiedenstes ziviles und militärisches Fluggerät wie eine Transall C-160 der Bundeswehr oder ein Eurofighter-Jet bis hin zur Zukunft des Fliegens, die in Form eines „Drohnen-Autos“ für die Privatnutzung bestaunt werden kann. Nach einem anstrengenden, aber auch sehr erfolgreichen Tag verließen die letzten Besucher die Flugwerft um 17:00 Uhr.
Um sich von den Aufregungen des Tages zu erholen, genoss die Gruppe anschließend ein köstliches Essen beim örtlichen Griechen und ließ danach den Abend in gemütlichem Beisammensein mit Spielen und viel Gelächter ausklingen.
Nach einem herzhaften Frühstück am nächsten Morgen ging es für die Schülerinnen und Schüler direkt wieder zur Sache, da auch am Sonntag eine bunte Mischung Interessierter das gute Wetter nutzten, um die Flugwerft zu besuchen.
Gegen 15:00 Uhr gab es dann noch ein besonderes Schmankerl für die Besucher und unsere Aischtalstörche: Mit der Klemm L25 ist die Flugwerft im Besitz eines der ältesten noch fliegenden deutschen Flugzeuge und wie jedes anständige Fahrzeug muss auch die inzwischen hundertjährige Klemm jedes Jahr durch den TÜV. Zur Vorbereitung wurde die Maschine aus dem Hangar verfrachtet und ihr Motor angeworfen, woraufhin die Luft mit ohrenbetäubendem Lärm gefüllt war. Eine kleine, aber sehr beeindruckende moderne Nachrüstung stellt der Propeller der Maschine dar, der mit LEDs ausgestattet ist und damit das BMW-Logo projizieren kann. Nach diesem einmaligen Erlebnis trat die Gruppe um 15:30 Uhr die Heimfahrt nach Höchstadt an, erschöpft aber sehr zufrieden und motiviert für den nächsten Besuch in der Flugwerft. Um es mit den Worten eines Schülers zu sagen: “Ich würde diese Fahrt auf jeden Fall nochmal machen!”
Abschließend bleibt zu sagen, dass dieses rundherum sehr erfolgreiche Wochenende nur aufgrund der langjährigen und engen Zusammenarbeit mit dem Luftsportverein Bayern (LVB) und dem Deutschen Museum stattfinden konnte. Namentlich gilt hier unser besonderer Dank Norbert Allnoch vom LVB (Präsident Motorflug) sowie Holger Franz sowie Dr. Peter Kluge und Professor Wolfgang Heckl vom Deutschen Museum.
Von SLI