„Meet a Jew“ – Begegnung statt Vorurteil

Jüdisches Leben aus erster Hand erlebten die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe an zwei besonderen Tagen am Gymnasium Höchstadt a. d. Aisch. Im Rahmen des Projekts „Meet a Jew“ des Zentralrats der Juden in Deutschland kamen zwei Gäste an unsere Schule und begegneten insgesamt vier Lerngruppen aus der Katholischen und Evangelischen Religionslehre.

Im Unterricht lernen wir viel über das Judentum: über Feste, Gebote und Geschichte. Bei „Meet a Jew“ ging es dagegen um echte Begegnung. Unsere Gäste erzählten offen und persönlich, wie sie ihren Glauben im Alltag leben, welche Traditionen ihnen wichtig sind und was es heute bedeutet, in Deutschland jüdisch zu sein.

Besonders eindrucksvoll waren die religiösen Gegenstände, die die Gäste mitgebracht hatten, etwa eine Kippa, einen Tallit, Tefillin oder einen Chanukka-Leuchter. Die Schülerinnen und Schüler konnten sie aus nächster Nähe betrachten und erfuhren, welche Bedeutung sie im religiösen Leben haben. So wurde aus Lehrbuchwissen etwas Greifbares.

Die Neuntklässlerinnen und Neuntklässler zeigten großes Interesse und stellten viele Fragen. Sie erkundigten sich nach Speisegeboten und dem Schabbat, nach persönlichen Erfahrungen und auch nach Antisemitismus. Keine Frage blieb unbeantwortet. Die Gäste nahmen sich viel Zeit, antworteten ehrlich und mit viel Humor und schufen so eine offene und vertrauensvolle Atmosphäre.

Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus wieder zunimmt, sind solche Begegnungen von unschätzbarem Wert. Wer einander persönlich kennenlernt, baut Vorurteile ab und entdeckt neben Unterschieden auch viele Gemeinsamkeiten.

Die Fachschaften Katholische und Evangelische Religionslehre bedanken sich herzlich bei David und Natan und beim Team von „Meet a Jew“ für ihren Besuch, ihre Offenheit und ihre Geduld. Es waren bereichernde Stunden, die sicher lange nachwirken werden.

 

Sebastian Burkard

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